
In diesen Tagen hat ein guter Freund Bilder gepostet, die inzwischen 30 Jahre alt sind. Darauf zu sehen: Mario Adorf, Hans Werner Kilz und Bettina Musall. Sie und andere hatten die Vision, aus Worms eine Festspiel-Stadt zu machen – und den Nibelungenschatz endlich zu heben. Heute kann man nur froh und dankbar sein, dass sie damals so mutig und ambitioniert waren. Und dass die Politik erkannt hat, wie wichtig das Nibelungenlied für Worms ist. Anders gesagt: Das berühmteste Heldenepos der mittelhochdeutschen Literatur muss sichtbar sein in der Stadt. Nicht nur in Straßennamen und Gebäuden, sondern als kultureller Leuchtturm.
Wie aus dieser Idee (erneut) eine eindrucksvolle Inszenierung enstanden ist, durften Mara Maria Müller und ich in diesen Tagen erleben. In „Die Hunnenkönigin“ steht Burgunderprinzessin Kriemhild im Mittelpunkt, „die nach dem Tod Siegfrieds ins Lager der Hunnen wechselt und damit zur mächtigsten Frau des Kontinents wird“. Als gebürtige Wormser ist es jedes Mal aufs Neue faszinierend, dieses Schauspiel vor dem berühmten Kaiserdom zu sehen. Schon als Kind und Jugendlicher hatte ich hier gestanden, in unserem Lokalfernsehen darüber berichtet. Nico Hofmann und sein Team haben sich, mal wieder, selbst übertroffen. Dieser Abend wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Die Inszenierung, das einzigartige Theaterfoyer und die vielen guten Gespräche. Ein Privileg, dass wir dabei sein durften – dafür sind wir dankbar.
Das schöne Bild von Ben Pakalski wird uns an den Abend erinnern. Vielen Dank dafür; und natürlich auch an Rudolf Uhrig und Andreas Stumpf.

